Wie kam es zu Inter Filos ??
Inter Filos - was zählt, ist das Einfoppen des Bumm
Eines vorweg, die hohen Werte des alternativen Fußballs werden selbstverständlich auch bei Inter Filos hochgehalten und gepflegt:
Hervorgegangen ist Inter Filos aus einer ehemaligen Studententruppe mit Namen Colonia Ramblers. Die lief nicht häufiger als zwei- bis dreimal im Jahr gemeinsam auf – zumeist im Rahmen von Europas größtem Hobby-Fußballturnier im österreichischen Velden. Um einen regelmäßigeren Spielbetrieb sicherzustellen, entschlossen wir uns im Jahr 1990, das Studententeam in eine Kneipenmannschaft umzuwandeln und am Spielbetrieb der Bunten Liga teilzunehmen. Vom internationalen aufs nationale Parkett, wenn man so will.
Erheblich mehr Mühe als die Auswahl der Kneipe (respektive der Kneipen, denn anfangs starteten wir für die Südstadt-Kneipen Filos und Chlodwig-Eck), bereitete die Festlegung eines Namens. Unter Vorschlägen wie Cosmofilos, Filosophen, Los Profilos oder Eßt Kölsch im Filos (!) entschieden wir uns letztlich für den langweiligsten. Indes war zumindest zum damaligen Zeitpunkt der Name auch Programm: Mit Armeniern, Iranern, Griechen, Deutschen, einem Italiener, einem Mallorquiner und ein paar Kölschen vereinte Inter Filos Anfang der 90er Jahre die wohl meisten Nationalitäten in einem Team. Wir als die Multi-Kulti-Truppe vom Chlodwig-Platz war dem Kölner Express sogar eine halbseitige Story in seiner Serie "Mein Freund, der Ausländer" wert: Den positiven PR-Effekt wiederum nutzte der damalige Mannschaftsrat, um den Hauptsponsor Filos ("mehr als nur das legendäre Frühstück") einen langjährigen Sponsorvertrag aus dem Kreuz zu leiern. (Danke Stergios !!!)
Die vielen verschiedenen Nationalitäten brachten es auf der anderen Seite mit sich, daß die Auffassungen vom richtigen Spielsystem recht unterschiedlich waren. Dem armenisch-iranischen Hurra-Stil standen mit der südeurpäischen Ballverliebtheit und dem teutonischen Lauf- und Kampfspiel die beiden wichtigsten Systeme gegenüber. Ausgerechnet nach dem größten sportlichen Erfolg (Finalteilnahme in der Saison `92/`93 – 1:2-Niederlage gegen Graskloppers) dann der große Knall: Der Kader teilte sich, und es entstanden die Mannschaften Inter Filos und Chlodwig-Schreck. Chlodwig-Schreck wollte sich dem anstrengenden und nervenaufreibendem Liga-Betrieb allerdings nicht stellen und kickt seitdem als Hobbytruppe auf den Poller Wiesen. ( Wer weiß ob es noch immer so ist....)
Inter Filos brachte es in den Folgejahren noch einmal bis ins Halbfinale, litt aber speziell in der Saison 96/97 unter akuten Personalproblemen, die angesichts eines Altersdurchschnitts von rund 35 Jahren zu gleichen Teilen auf familiäre Verpflichtungen und körperliches Siechtum zurückzuführen waren. Da es mit der Einrichtung der Ü-35-Liga wohl noch etwas dauern wird, haben die Gründerväter für die WM-bedingte Kurzsaison 98 noch einmal die Werbetrommel gerührt und sind auf dem Transfermarkt aktiv geworden. Ergebnis: Der Kader stand, und für die Termine der Finalrunde wurde sofort eine vorsorgliche Urlaubssperre ausgesprochen.
Wenngleich sich die Historie von Inter Filos als Mitglied der Bunten Liga bisher locker in einem Vokabelheft unterbringen ließe, gibt es neben einigen denkwürdigen Spielen (Alcazar, Otze mach et, Graskloppers) doch auch eine Reihe unauslöschbarer Eindrücke und Erlebnisse. So nahm beispielsweise die Feier anlässlich der Vizemeisterschaft 92/93 teilweise beängstigende Züge an, das Team stand mehrmals unmittelbar vor einem kollektiv ausgesprochenen lebenslangem Lokalverbot.
Auch zum Thema Gleichberechtigung hat Inter Filos ein wichtiges Kapitel der Bunte-Liga-Geschichte geschrieben, als es 1992 als erste Mannschaft einen weiblichen Manager inthronisierte ("Liebchen"). Freilich kam es, wie es kommen mußte: "Liebchen" verguckte sich in den linken Verteidiger und demissionierte nach nur einer Saison. Immerhin muß man ihr zugute halten, dass der Verteidiger immer noch zum Kicken darf.
Bis Heute haben wir uns immer zu den Top Ten der Bunten Liga zählen können. Was auch mit Sicherheit an dem "Multi-Kulti-Kader" liegt. Der Mallorquiner kickt immer noch und viele andere Nationen sind immer noch dabei. Selbst die Kölschen sind noch vertreten.
Das Durchschnittsalter hat sich drastisch gesenkt, liegt aber immer noch weitaus höher als bei anderen Bunte Liga Teams.
Letztlich ist es in der Liebe eben wie im Alternativ-Fußball:
Was zählt, ist das Einfoppen des Bumm
